|
Bei der E-Mail-Kommunikation per SMTP/POP3 ist problematisch, dass es
nicht nur einen Datenbestand gibt, der abgesichert werden kann. Vielmehr
werden bei E-Mails Datenpakete im Klartext durch das Internet transferiert,
die an unzähligen Rechnern abgefangen und kopiert werden können. Außerdem
sind die Daten standardmäßig auf den PCs der Kunden / Klienten gespeichert,
deren Sicherheitskompetenz nicht vorausgesetzt werden kann. Ein sicherer
Ansatz muss deshalb bedeuten, dass die Daten auf dem Rechner der Beratungseinrichtung
bleiben und von dort aus ausschließlich zur Anzeige auf den PCs der Ratsuchenden
und nur in einem sicheren Modus (per SSL = Secure Soccet Layer) abgerufen
werden können. Eine gefährliche Sicherheitslücke kann hier der Provider
darstellen. Bei dessen Auswahl sollte sorgfältig geprüft werden, ob seine
Sicherheitskonzepte (auch im Hinblick auf sein Personal) den hohen Anforderungen
eines Beratungsdienstes genügen.
Die E-Mail-Korrespondenz (per sogenanntem SMTP-/POP3-Protokoll), das derzeit
gängigste Kommunikationsmedium im Internet, ist für vertrauliche Internet-Beratung
dabei nicht akzeptabel: Jede E-Mail kann leicht abgefangen oder unbemerkt
mitgelesen werden von Hackern, Providern usw. Eine nicht verschlüsselte
E-Mail liegt im Klartext vor wie eine Postkarte und kann im Prinzip von
jedem Computerbesitzer mit Hintergrundkenntnissen im Internet gelesen
werden. Eine verschlüsselte E-Mail hingegen kann zwar je nach Verschlüsselungsverfahren
als ziemlich sicher angesehen werden - sicherer als ein postalischer Brief
jedenfalls, der schließlich unbefugt geöffnet werden kann -, allerdings
ist die Verschlüsselung technisch relativ kompliziert und wird bislang
nur von einem geringen Prozentsatz der Internet-Nutzer beherrscht.
Diese genannten Probleme sind lösbar und können anwenderfreundlich durch
eine webbasierte E-Mail-Beratung realisiert werden. Bei diesem neuen Konzept
wird auf das Versenden von Mails generell verzichtet. Die Ratsuchenden
bekommen passwortgeschützt einen Zugang (Account) zu den Beratungsseiten
auf dem Rechner der Beratungseinrichtung, der ihnen auch Zugriff auf ihren
eigenen Beratungsverlauf bietet. Wenn diese Verbindung mit dem Rechner
der Beratungseinrichtung aufgebaut wird, befindet sie sich automatisch in
einem gesicherten Verschlüsselungsmodus. Dazu bedarf es keiner detaillierten
technischen Kenntnisse der Ratsuchenden.
Bei Chat-Beratung treten ähnliche Probleme auf wie bei der E-Mail-Beratung.
Hier ist es ebenfalls wichtig zu gewährleisten, dass ein technischer Standard
verwendet wird, der einen verschlüsselten Datentransfer vorsieht. Da die
meisten Chats in öffentlichen Kommunikationsräumen verwendet werden, wurde
die Frage nach Sicherheit bislang kaum gestellt. Die weit verbreiteten
Chatlösungen bieten dabei keine sichere Plattform für vertrauliche Kommunikation
im Internet. Insbesondere die Zugangsmöglichkeiten zum Administrationsbereich
und die Speicherung der sogenannten Chatlogs (Dateien mit Textinhalten
der Chatter) genügen nicht den hohen Anforderungen der geltenden Datenschutzbestimmungen,
wenn es sich um vertrauliche Beratungskontakte handelt.
Überblick:
1.) Dimensionen von Datensicherheit
2.) Psychologische und
pädagogische Herausforderungen
3.) Problematik bei E-Mail- und Chat-Beratung
4.) Intranet nach dem Sewecom-Standard
5.) Organisation muss
Sicherheitsbedarf selbst festlegen
6.) Ausblick: Sichere Kommunikation im
Internet
weiter

|