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Der neue Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar weist
in die richtige Richtung für nachhaltigen Datenschutz:
Der Datenschutz müsse wieder "hör- und sehbar werden"
beschreibt der neue
Bundesdatenschutzbeauftragte in einem Gespräch mit
Heise-Online seine Zielrichtung. Dazu gehöre eine neue
Datenschutzkultur, in welcher dem Schutz der Privatsphäre eine höhere
Wertigkeit in der öffentlichen Diskussion gegeben werden müsse.
Damit bringt Schaar
die Problematik auf den Punkt, denn beim Datenschutz handelt es sich
zunächst um eine recht abstrakte Thematik. Datenschutz und Datensicherheit
haben mit der konkreten Erfahrungswelt der meisten Menschen zunächst wenig
zu tun. Deshalb bedarf es nach unserer Überzeugung weiterführender
Konzepte, die auch die Erkenntnisse aus Psychologie und Pädagogik nutzen,
um diesen Themenbereich anschaulich zu machen.
Der Sewecom-Ansatz zielt genau in diese
Richtung. Wegweisend wäre dabei eine konzertierte Aktion, die auch die
Bildungsverantwortlichen stärker mit einbezieht. Nur wenn Datenschutz tatsächlich
hör- und sehbar wird, kann sich die Datenschutzkultur weiterentwickeln.
Nur wenn Menschen die tatsächlichen Risiken kennen und verstehen, werden
sie sich für ihre Privatsphäre auch einsetzen.
Konkret könnte dies umgesetzt werden durch eine Ausdehnung
der Aktivitäten in den nachfolgenden Bereichen:
- Didaktische Konzepte
- Curriculum für Internetsicherheit
- Schulisches Anschauungsmaterial
- Interaktive Medien / audiovisuelle Medien
- Spiele für unterschiedliche Altersgruppen
- Vernetzte Kommunikationsstrategien
- Multiplikatoren-Konzepte
- Kostenlose Download-Ressourcen für Multiplikatoren
Dies lässt sich jedoch nur realisieren, wenn auch im
Bildungsbereich in die grundlegenden Kompetenzen investiert und
fachübergreifend multiprofessionell gearbeitet wird:
- Datenschutz und Recht
- Datenschutz und Technik
- Datenschutz und Psychologie / Pädagogik
Dem Anliegen des Bundesdatenschutzbeauftragten -
Datenschutz hör- und sehbar zu machen - will das Bildungsportal Sewecom
nachkommen, indem es für verschiedenste Zielgruppen Informationen bereit
stellt.
Leider fehlen für wichtige Zielgruppen noch angemessene Materialien. Nur
eine übergreifende Zusammenarbeit der Verantwortlichen aus dem Bereich
Datenschutz und Datensicherheit in Zusammenarbeit mit dem Bildungssystem
(Schule, Berufliche Bildung, Weiterbildung, Studium) wird das Bewusstsein
für Datenschutz und Internetsicherheit nachhaltig wachsen lassen.
Grundlegende Medienkompetenzen müssen auch für diesen Bereich definiert
und weitergegeben werden.
Literatur zum Thema:
Wenzel, Joachim: Vertraulichkeit und Anonymität im Internet. Problematik
von Datensicherheit und Datenschutz mit Lösungsansätzen. In: Etzersdorfer,
Elmar / Fiedler, Georg / Witte, Michael (Hrsg.): Neue Medien und
Suizidalität. Gefahren und Interventionsmöglichkeiten. S. 56-70.
Auszug, S. 61:
"Internetsicherheit ist zur Zeit nur am Rande ein technisches Problem.
Zwar ist die Hard- und Software-Technik für die Sicherheit noch lange
nicht ausgereift. Die meisten bestehenden technischen
Sicherheitsmöglichkeiten werden jedoch nicht ausgeschöpft, weil die
Computer-Anwender sich der Problematik nicht bewusst sind und nicht nach
Abhilfemöglichkeiten suchen."
Weiterführendes:
Bildungsinitiative Internetsicherheit
Psychologische und pädagogische Herausforderungen
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